Seit nun einiger Zeit planen helle Köpfe eine Neugestaltung des Neumarktes und es sind ja auch schon viele neue Gebäude entstanden, aber irgendwie sehen die neuen Gebäude auch wieder alt aus (man könnte auch historisch sagen). Was macht man nun, wenn man etwas neuzeitlichen Flair auf den Platz bringen möchte? Man such einen Bauplatz und fragt einfach ein paar Architekten nach Lösungen.
So dann mal zum Bauplatz. Die Bebauung von den 30iger Jahren konnte man mit Hilfe von Fotos und bewegten Bildern (Filme) ganz gut rekonstruieren, aber da waren nur barocke Bauten zu finden. Da ist also kein Platz für den Bau zu sehen. Da wird man wohl noch ein paar Jahre zurück gehen müssen und siehe da man findet auf alten Bilder ein Gewandhaus. Mensch das könnte man doch wieder aufbauen. (Das alte Gewandhaus wurde 1791 entfernt, um die Platz symmetrischer zu gestalten). So OK Platz gefunden, auf zum Architekturwettbewerb... Viele bekannte oder auch unbekannte Architekten hatten Ihren Spass daran ein neuzeitliches Gebäude zu entwerfen, immerhin kann man sich selbst wieder der Nachwelt hinterlassen. Der Dresdner Neumarkt ist doch super dafür geeignet, es besteht berechtigte Hoffnung, dass das Gebäude auch auf Postkarten abgedruckt wird. Am Ende konnte jedoch nur einer gewinnen und es wurde, tata: ein neuzeitlicher Betonklotz. Da ich nicht Architektur studiert habe, kann ich keine genauere Beschreibung liefern. Meiner Meinung nach würde das Gebäude einfach nicht an den dortigen Ort passen und das Gesamtkonzept Neumarkt zerstören.
Jetzt höre ich gleich wieder tausende Architekten schreien: wieder einer der nur an Altem hängt und nicht offen für neues ist. Aber ehrlich Leute schaut Euch doch bitte mal die meisten westdeutschen Städte an, hier wurde in der 60'iger und 70'iger des letzten Jahrhunderts auch tolle Architekturen in die Landschaft gesetzt und heute wäre man froh, wenn es diese modernen Schandtaten nicht gegeben hätte. Damals gelobt und heute zum Abriss freigegeben (schaut einfach mal zum technischen Rathaus nach Frankfurt a.M.; das wird auch nicht mehr lange stehen). Wäre man damals mit etwas Sachverstand an die Sache rangegangen, so könnte man sich heute viel Ärger ersparen. Da aus Fehlern lernen uncool ist, macht man die gleichen Fehler lieber wieder aufs Neue.
Scheinbar regt sich dann aber doch noch Widerstand in Dresden und viele bezweifeln, dass das Gebäude wirklich an den dortigen Platz passt. Was macht man in so einem Fall? Plan verwerfen? Architektur überdenken? Demokratisches Votum? Nein das wäre alles viel zu einfach, wir erleichtern dem Stadtrat (und damit auch allen restlichen Dresdnern) den notwendigen Aufwand zur Erhöhung der Vorstellungskraft: Wir bauen ein Gerüst mit Planen, dass das Gebäude schon einmal simuliert. Wie doof ist das denn? Wir schmeissen mal Geld zum Fenster raus, um was zu zeigen was keiner will an einer Stelle die seit über 200 Jahren nicht bebaut war? Haben wir wirklich keine anderen Sorgen mehr? Hat sich denn schon einmal jemand gefragt, wozu wir das Gebäude überhaupt brauchen? Gibt es nicht schon genügend Leerstand (auch in Zentrumsnähe) oder wie wäre ein anderer Bauplatz. Ich könnte mir gut vorstellen, dass am Postplatz das alte Haus des Buches sicherlich auch gerne eine Erneuerung erfahren würde.
Zum Glück haben wir in Dresden Übung mit Bürgerbegehren und so finden sich auch diesmal wieder Leute, die endlich eine objektive Meinung erzeugen wollen. Hier ein paar Links zu interessanten Internetseiten zu dem Thema:
Ich weiss, dass war schon wieder etwas gemeckert, aber leider gibt es immer wieder so schöne Vorlagen dazu... Ich bin wieder an allen Meinung zu dem Thema interessiert, vielleicht kann ja jemand einen Gegenstandpunkt darstellen oder auch meine Meinung untermauern.
Bis zum nächsten Mal.
Montag, 5. November 2007
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